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Notes Traveler - Installation und Nutzung

Mit Domino 8.01 hat IBM auch das Lotus Notes Traveler Addin vorgestellt, der Mobile-Mail Funktionen für Notes Anwender Out-Of-the-Box zur Verfügung stellt. Im Vergleich zu Microsoft, die eine ähnliche Lösung mit ActiveSync schon lange im Angebot hat, ist IBM mit dem Traveler etwas spät dran. Aber besser spät als nie und darum werde ich im Folgenden das Produkt etws näher beleuchten.


Die Architektur

Der Serverteil von Notes Traveler ist als Addin-Task für einen Windows-basierten Dominoserver konzipiert, der auf Port 8624 eine permanente Verbindung zu den mobilen Geräten hat. Über diese Verbindung informiert der Server die angeschlossenen Clients über den Eingang neuer Nachrichten, die diese dann über HTTP (Port 80) oder HTTPS (Port 443) abrufen. Diese Anschlüsse müssen also auf der Firewall entsprechend freigeschaltet sein.
Alle Ports sind natürlich sowohl auf dem Server, als auch dem Client konfigurierbar, so dass alternativ andere freie Ports gewählt werden können. Hier soll aber auch gleich eine der wesentlichen Einschränkungen erwähnt werden: Der Server muss bei deiner HTTPS-Verbindung mit einem vertrauenswürdigen Zertifikat ausgestattet werden, was bedeutet, dass Sie von Verisign oder ähnlichen Anbietern ein Zertifikat erwerben müssen. Bei Verwendung eigener - z.B. über eine Domino CA erstellte - Zertifikate startet zwar der Server, aber der Client meldet, dass er keine Verbindung zum Server aufbauen kann.

Hat der Client eine Verbindung über HTTP oder HTTPS zum Server aufgebaut, leitet dieser die Anfrage an den Homeserver des Anwenders weiter. Der Travelerserver muss für einen erfolgreichen Abruf der Mails in der Zugriffsliste der Mailbox eingetragen sein. IBM gibt an, dass die Stufe Manager gewählt werden muss.


Installation - der  Serverteil

Die Installation auf dem Server ist sehr simpel gehalten. Der Dominoserver wird beendet und das Setup-Programm von Traveler wird aufgerufen.Hallo Lediglich zwei Abfragen steuern den Installationsprozess. Zunächst geben Sie an, ob Sie vollständig installieren wollen oder die Installation auf zwei Server verteilen möchten. In diesem Fall wird die Webseite für den Abruf der Client-Software und der Addin-Task auf zwei verschiedenen Servern installiert. Wählen Sie die vollständige Installation können Sie im Anschluss wählen, ob Sie den HTTP Task mit dem Dominoserver starten wollen und ob die Client-Downloadseite als Startseite des Dominoservers eingerichtet werden soll. Beide Optionen sollten aktiviert werden. Weitere Abfragen kommen anschliessend nicht mehr und die Software wird installiert. Nach Abschluss starten Sie den Dominoserver und Sie können prüfen, ob Traveler korrekt installiert wurde. Sie sollten bei der Eingabe von show tasks den Traveler als laufenden Prozess sehen.
Achtung: Während der Installation wird die Konfiguration des HTTP Task im Abschnitt Session Authentication automatisch umgestellt auf Single Server. Sollten Sie den Server vorab also schon für SSO (z.B. für Sametime) konfiguriert haben, so wird dies zurückgesetzt. Die Einstellung Single Server ist zwingend notwendig, da Traveler die Form-based Authentication nicht unterstützt.



Installation - der Clientteil
Die Clientkomponente ist zur Zeit nur für Windows Mobile verfügbar. ImageUnterstützt werden die Version 5 und 6. Eine Symbian-Variante ist im Moment in Vorbereitung.
Zur Installation starten Sie auf dem Smartphone den Browser und öffnen die Seite des Travelerservers. Sie klicken auf die gewünschte Komponente und nach dem Download startet die eigentliche Installation. Username/KennwortAnschliessend konfiguriert sich der Client und sie werden zunächst nach Nutzernamen, Kennwort und Adresse (FQDN) des Servers gefragt. Möchten Sie die oben erwähnten Standardports nicht verwenden müssen Sie auf Advanced klicken und dort die auf dem Server eingestellten Ports eintragen. Hat das Gerät anschliessend eine Verbindung zum Server aufbauen können werden Sie gefragt, welche Applikationen (Mail/Kalender, Kontakte, Notizen, Tasks) Sie synchronisieren möchten. Zum Abschluss wird dann die Synchronisation gestartet. Diese Erstsynchronisation dauert sehr lange (auch abhängig von den ausgewählten Applikationen). Also nicht wundern, wenn Sie erstmal etwa 10 Minuten warten müssen.



Konfiguration der Serverkomponente
Nach der Installation ist das Serverdokument um den zusätzlichen Reiter Traveler erweitert. ServerdokumentAn dieser Stelle können Sie nun das Finetuning für Traveler durchführen. Einstellen lassen sich beispielsweise Logging Level, maximale Mailgrösse und der TCP-Port für die Verbindung zwischen Client und Server. Darüber hinaus können Client-spezifische Einstellungen über Policies geregelt werden. PoliciesHier lassen sich Personen- oder Gruppenbezogen Einstellungen zur Synchronisation, zu Mail- und Attachmentgrößen oder Filter für den Abgleich von Dokumenten festlegen. Vergeblich gesucht habe ich die Möglichkeit, einzelne Geräte zu sperren oder gar vollständig zu löschen (Remote Wipe).



Nutzung des Client
Der Traveler Client ist sehr schlicht gehalten. MailDie Bedienung ist einfach, verbirgt aber ein paar kleine Fallstricke und hat auch Einschränkungen:

  • Beim Schreiben einer neuen Mail kann man Adressen nur aus dem persönlichen Adressbuch auswählen. Einen Zugriff auf das Domino Directory gibt es leider nicht. Auch fehlt die Möglichkeit, dieses auf das Gerät herunterzuladen. Kennen Sie den Namen des Empfängers, so empfiehlt es sich, nur dessen Namen (Vor- und Zuname) anzugeben oder die Adresse in die Zeichen <> einzuschliessen. Bei Eingabe des Abbreviated Namens ohne diese Zeichen schneidet der Client den Vornamen ab und das Senden schlägt fehl. Ein Reply auf eine empfangene Mail dagegen funktioniert problemlos.
  • Ordner sind nach der Synchronisation zwar auf dem Smartphone vorhanden, jedoch sind sie leer. Sie müssen jeden Ordner, den Sie synchronisieren möchten dafür erst einmal aktivieren.
  • Bekommen Sie eine Aufgabe (ToDo) zugewiesen, so erhalten Sie darüber keine Mail. Der Eintrag erscheint lediglich in der ToDo-Liste.

Client EinstellungenMöglichkeiten zur Konfiguration des Client gibt es nur wenige und die auch nur, wenn nicht per Policy über den Server vorgegeben. Sie können beispielsweise einige Synchronisationsparamter anpassen, das Logging Level ändern oder Autosync deaktivieren. Bei Roaming-Verbindungen eine empfehlenswerte Einstellung!



Fazit
Es wurde Zeit für den Traveler Server. Microsoft ist mit Activesync zwar um einige Schritte voraus, aber der Anfang ist gemacht. Man kann nur hoffen, dass IBM jetzt nicht stehen bleibt, sondern Traveler kontinuierlich weiterentwickelt. Im jetzigen Stadium stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Zielgruppe. Rudimentäres Clientmanagement und fehlender Zugriff auf Unternehmensverzeichnisse schränken die Nutzung auf eher kleine Unternehmen ein. Vielleicht aber will IBM seinen Partnern wie beispielsweise RIM keine direkt Konkurrenz sein und positioniert daher Traveler ganz bewusst in dieser Zielgruppe. Ein Widerspruch bleibt aber an dieser Stelle: Kleine Unternehmen werden kaum Geld für ein SSL Zertifikat ausgeben wollen, so dass diesen nur der Sync über eine unverschlüsselte Verbindung bleibt. Für mich ist das die am schwersten erträgliche Einschränkung dieses Produktes.



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